Hochschulen und Wissenschaft brauchen dauerhaft mehr Geld

Die erste Sitzung des Jenaer Universitätsrates im Jahr 2009 hat noch einmal bestätigt, was abgesehen von einigen wenigen Stadträten, die damit Befassten seit langem wissen. Die ungenügenden Mittel, die der FSU für Neubau und Sanierung zur Verfügung stehen, werden zunehmend zum Entwicklungshemmnis. Erstaunlich ist, dass ausgerechnet Bernhard Vogel, ehemaliger Ministerpräsident des Landes Thüringen, zur Erkenntnis der Unterfinanzierung der Hochschulen kommt. 19 Jahre regiert die CDU in Thüringen und die Versäumnisse liegen in diesen 19 Jahren. Noch unter Bernhard Vogel wurden die Mittel für das Klinikum um 9,8 Millionen gekürzt. Ebenso wurden kontinuierlich die Mittel für die Verbundforschung reduziert. Der Hochschulbau ist Landesaufgabe, die durch die Landesregierung nach wie vor nur ungenügend wahrgenommen wird. Dies trifft nicht allein die Friedrich-Schiller-Universität. Gerade die Durchführung von Drittmittelprojekten und die zur Verfügungstellung von Forschungskapazitäten für regionale Unternehmen sind ein entscheidender Faktor für die Entwicklung des Wissensstandorts Jena. Zudem sind ausreichende Raumkapazitäten eine Grundvoraussetzung, um die im Hochschulpakt 2020 festgelegten Studierendenzahlen zu erreichen. Seminarräume, in denen nicht genügend Stühle für alle Teilnehmer zur Verfügung stehen, sind sicher nicht geeignet, Studierende aus dem gesamten Bundesgebiet anzulocken. Es stimmt bedenklich, dass die bisherige Thüringer Hochschulpolitik dem so wenig Rechnung trägt. Eine künftige Landesregierung muss hier stärkere Akzente setzen. Die Beteiligung der Friedrich-Schiller-Universität an Landesmitteln aus dem Konjunkturpaket II ist in diesem Zusammenhang durchaus zu begrüßen. Die einmalige Förderung behebt das Problem aber nicht. Die Thüringer Hochschulen leiden seit Jahren unter chronischer Unterfinanzierung. Die Aussagen der Verantwortlichen in den Hochschulen müssen hier wesentlich ernster genommen werden. Es bedarf einer kontinuierlichen und bedarfsgerechten Finanzierung durch das Land, sowohl im Hochbau als auch bezüglich der Ausstattung. Wie der Universitätsrat bestätigt, liegt ein enormer Sanierungsstau vor.
Die Thüringer Landesregierung darf sich nicht nur mit dem Wissenschafts- und Forschungsstandort Thüringen schmücken. Die Hochschulen und Forschungseinrichtungen der Region müssen dauerhaft gezielt gefördert werden.