Für einen bezahlbaren Nahverkehr - Aktion von Linksjugend ['solid] Jena startet erfolgreich

Wer in den nächsten Wochen und Monaten den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) benutzt, seien es Busse oder Straßenbahnen, wird öfters in ungewohnte Situationen geraten: gut gekleidete Jugendliche verteilen kostenlos Häppchen oder Kuchenstücke. Die Jugendlichen machen aber keine Werbung für irgendeinen Konzern, sondern sind Mitglieder der Linksjugend ['solid] in Jena und werben für einen besseren Nahverkehr: bezahlbar (perspektivisch soll er kostenlos werden) und mit einem besseren Service soll er ausgestattet sein.
Neben dem Essen steht aber auch die politische Überzeugung im Vordergrund. Wir verteilen Flyer und sammeln jetzt auch Unterschriften in den Straßenbahnen, nachdem die ersten Aktionen ein voller Erfolg waren und wir viel Zuspruch erhalten haben. Unsere Forderungen sind unter anderem der Austritt aus dem Verbundtarif Mittelthüringen (VMT), eine deutliche Absenkung der Fahrpreise, Einführung eines Kurzstreckentarifs für max. 3 Stationen, gesteigerte Fahrtenfrequenzen von Bussen und Straßenbahnen, vor allem in den Nachtstunden, und Ausweitung der Ermäßigung von Fahrkarten auf alle SchülerInnen und Auszubildende (auch wenn sie das 14. Lebensjahr überschritten haben).
Unsere Forderungen haben wir durchgerechnet, summa summarum würden sie den Stadthaushalt nur mit ca. 30.000 Euro pro Jahr zusätzlich belasten. Ein Preis, den die Stadt durchaus zahlen sollte, für einen kundenfreundlicheren Nahverkehr, der vielleicht immer öfter die Benutzung des Autos überflüssig macht.
Die Unterschriftenlisten werden auch in der Geschäftsstelle ausliegen und können dort unterschrieben werden oder vielleicht sieht man sich ja einmal - in der Straßenbahn, wenn wir wieder unterwegs sind für einen besseren Nahverkehr.

Clemens Beck